Diebstahlschutz beim Camping

Nirgendwo ist man wirklich sicher vor Diebstahl. Gerade beim Camping, egal ob Wohnwagen, Wohnmobil, Zelt oder Van, haben es die Langfinger oft sehr leicht. Mit diesen Tipps, kannst Du dich etwas mehr schützen und besonders wichtig ist ein gesunder Menschenverstand.

2017 wurden bundesweit insgesamt 1.229 “Angriffe auf Wohnmobile” gezählt. Bei rund einem Drittel gab es dabei nur eine Sachbeschädigung, bei einem fünftel wurde dabei auch etwas aus dem Fahrzeug gestohlen. Spitzenreiter dieser Statistik ist Nordrhein-Westfalen mit 336 Fällen, auf Platz 2 liegt Baden-Württemberg mit 309 Fällen und auf dem dritter Platz landet Niedersachsen mit 229 Fällen.

Presseservice der Polizei 2017

Die meisten Einbrüche passieren dabei auf unbewachten öffentlichen Parkplätzen, wie z.B. auf Raststätten oder am Straßenrand. Dennoch gibt es auch Einbrüche auf Campingplätzen, auch wenn die meisten davon gut bewacht und gesichert sind. Moderne Fahrzeuge und hochwertige Gegenstände locken nun mal Einbrecher an. Trotz allem ist das Campen in Deutschland sehr sicher und hat eher ein geringes Sicherheitsrisiko. Je südlicher man reist um so unsicherer wird das ganze. Daher empfiehlt der ADAC im Ausland sein Fahrzeug nur auf bewachten Parkplätzen abzustellen.

Fahrzeuge sind eher schlecht gesichert, es ist schnell mal eine Scheibe eingeschlagen und der Rucksack vom Sitz wird mitgenommen. Mit diesen Tipps kann man sich vor bösen Überraschungen schützen.

Tipp 1: Notwendige Wertgegenstände mit sich führen

Bild von Steve Bidmead auf Pixabay

Dies ist der einfachste und effektivste Tipp überhaupt. Man sollte in den Urlaub nur das mitnehmen was man auch tatsächlich benötigt. Dies hat nicht nur Platzgründe sondern macht es den Dieben dann extra leicht. Auf wenig Platz kann man schnell viele Wertgegenstände mitgehen lassen. Dein Fahrzeug oder dein Zelt ist nicht Ford Knox! Wenn du deinen Platz verlässt, dann führe das wertvollste bei dir. Pack deinen Laptop in den Rucksack und nehme diesen mit. Trage die teure Kamera um deinen Hals und den wertvollen Schmuck am besten zu Hause im Safe liegen lassen.

Tipp 2: Immer abschließen

Sobald du dein Fahrzeug verlässt, auch wenn es nur für einige Minuten sind, abschließen. Gib den Dieben keine Gelegenheit. Sobald du dein Fahrzeug nicht mehr im Blick hast, hat der Dieb gewonnen. Auch das Zelt kann man mit einem Schloß sichern, auch wenn man es knacken kann aber alles was aufhält schreckt Diebe ab.

Tipp 3: Camper richtig versichern

Alles was am Straßenverkehr teilnimmt und Räder hat muss versichert sein. Mein Tipp: Spare keinesfalls an der Versicherung, die reine Haftpflicht reicht oft nicht aus. Es sollte schon eine Teilkasko-Versicherung sein oder bei einem Neufahrzeug die Vollkasko-Versicherung. Je höher die Versicherungssumme um so weniger Ärger hast du im Fall der Fälle. Ich persönlich habe mit dem Service der Accura Versicherungsmakler GmbH sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ist egal, bei welcher Gesellschaft dein Fahrzeug versichert ist, es wird selten bei Fahrlässigkeit gezahlt, also Tipp 2 beachten.

Tipp 4: Sei schlauer als der Einbrecher

Bild von Andy auf Pixabay

Gängige Verstecke wie die “Dose mit doppeltem Boden” oder die “unechte Konserve” sind bekannt und kein gutes Versteck. Dann eher ein doppelter Boden im Fahrzeug, der nicht zu erkennen ist (unter einem verlegten Teppich) oder ähnliches. Denn alles abzuklopfen oder zu durchsuchen kostet dem Einbrecher zu viel Zeit und er wird eher zum Nachbarn gehen. Am besten ist natürlich ein eingebauter Safe, der fest an der Karosserie des Fahrzeuges verschraubt ist. Diesen kann man nicht einfach mitnehmen und das öffnen kostet ebenfalls viel Zeit.

Tipp 5: bekannte Schwachstellen ausbessern

Einige Fahrzeuge haben bekannte Schwachstellen, die das Aufbrechen der Türe erleichtern. Wie z.B. die Modelle Ducato, Boxer und Jumper haben eine Schwachstelle an der Zentralverriegelung. Da kann der Einbrecher mit einem spitzen Gegenstand diese auslösen und somit öffnen. Diese und andere Lösungen findet man im Onlineshop von “Camper Protect“. So kann man für wenig Geld seine Türen und Fenster absichern und es dem Einbrecher besonders schwer machen. Zusätzlich kann auch eine Alarmanlage und ein GPS Tracker im Fall der Fälle helfen.

Tipp 6: Nicht am falschen Ende sparen

Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Wie schon bei der passenden Versicherung sollte man auch bei den Schlössern nicht sparen. Das billige Schloss aus dem Baumarkt sichert sicherlich nicht so gut wie ein entsprechendes aus dem Fachhandel. Die Fahrräder auf dem Gepäckträger oder die Kisten auf dem Dach sind mal schnell von fremden geöffnet. Grundsätzlich gilt, mach es den Einbrechern nicht zu leicht.

Tipp 7: Spiele nicht den Helden

Wenn du bemerkst, dass sich jemand an deinem Camper vergriffen hat, dann gehe niemals rein. Sondern mach dich bemerkbar, rufe die Polizei und versuche auf keinen Fall den Einbrecher zu stellen oder festzuhalten. Merke dir das Aussehen und gebe diese Hinweise an die Polizei. Nichts ist so wertvoll dass man dafür sein Leib und Leben opfern sollte.

Wurde schon einmal in deinen Camper eingebrochen oder gar in deine Wohnung? Ich würde mich über einen Kommentar von dir freuen.

Oliver

VanLifer, Baujahr 1980, Vater, Sohn, Bruder, Freund. Unterwegs bin seit dem 25.06.2020 mit einem Pössl Fiat Ducato L4H3. Du hast Fragen zum Thema VanLife? Du möchtest dich unterhalten? Kein Problem, melde dich einfach bei mir.

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