VanLife: Ein Leben auf Achse

VanLife ist seit Corona in aller Munde. VanLife bedeutet, dass man in seinem Camper lebt. Egal ob es ein Van ist, ein Wohnmobil oder sonst ein Fahrzeug. Es ist ein ungewöhnlicher Lebensstil, ein Lebensstil ausserhalb der „Norm“.

In den 60ern durch die Hippies und Aussteigern bekannt geworden ist das VanLife mittlerweile recht bekannt. Nicht nur Abenteuerlustige wagen den Ausstieg, nein auch der Bekannte von Nebenan kann dazugehören. Der Hashtag #vanlife gehört zu den beliebtesten Schlagwörtern unter den reisenden, den VanLifern.

Es gibt viele Gründe, warum man plötzlich zum VanLifer:in wird. Jeder hat seine eigene Motivation, seine Gründe warum man etwas wagen möchte. Einige suchen die Freiheit, andere wollen die Welt bereisen oder die eigene Lebensumstände haben sich plötzlich geändert. Viele Gründe aber alle führen zum VanLife.

Das Leben im Van bedeutet nicht immer, das man die Welt bereisen muss, sondern es kann auch ganz profan ein alternativer Wohnplatz sein, oder dank Corona auch das mobile Office an spannenden Orten.

Bild von Watervis auf Pixabay

Vorteile vom VanLife

Natürlich sind die Vor- und Nachteile sehr individuell, doch folgende Gründe sind meistens dabei:

  • Frei statt ortsgebunden Egal ob Abenteuerlust, Spontanität oder einfach die Langeweile zu Hause – Reisen wird immer beliebter. Viele entfliehen dem Winter, folgen dem Winter oder möchten einfach nur neue Kulturen, neue Menschen oder einen neuen Job suchen.
  • Komfort auf Reisen Reisen im Auto, egal ob Camper, Van, PKW, LKW der der Komfort unterwegs deutlich entspannter als wenn man mit dem Rad, Motorrad oder als klassischer Backpacker herumreist. Eine vollständige Küche, eine echte Matratze oder Strom über Solar sind schon die besten Gründe lieber auf einen Van umzusteigen.
  • Minimalismus Das Leben auf Achse ist immer mit wenig Platz verbunden. Doch wenn man einmal ehrlich zu sich selbst ist, dann braucht man tatsächlich nur sehr wenig um zu Leben. Niemand braucht 30 paar Schuhe oder 40 Pullover um glücklich zu sein. Mir persönlich hat es richtig gut getan 90 % aller Sachen zu verschenken oder verkauft zu haben.
  • Günstige Lebenshaltungskosten Die Mieten in den Städten steigen weiter wobei die Löhne und Gehälter oft nicht einmal einen Inflationsausgleich bekommen. Wenn man dann auch noch autak stehen kann, dann hat man nur die reinen Kosten vom Fahrzeug plus Lebensmittel. Je nachdem was für ein Fahrzeug man hat (und wie man dieses bezahlt hat) sind monatliche Kosten von 100€ bis 600€ Realistisch. Dafür bekommt man in München keine zwei Zimmer Wohnung.
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Tipps für einen Einstieg ins VanLife

Du hast Lust dich zu verändern? Du spielst schon länger mit dem Gedanken? Du willst etwas neues erleben? Alles gute Gedanken, doch überstürze nichts. Mach nicht den Fehler, dir direkt ein Fahrzeug zu besorgen, es selbst auszubauen oder eines vom Händler zu nehmen und damit zu starten. Wenn du vorher noch nie Campen warst, wenn das alles Neuland für dich ist, dann probiere es erst einmal aus. Teste es im Urlaub, ob Campen etwas für dich ist.

Miete dir erst einmal ein Fahrzeug und mache dich damit vertraut, der Urlaub ist ein guter Start dafür. Am Anfang kannst du die Zeit auf dem Campingplatz nutzen um alles kennenzulernen um dann auch einmal Abseits vom Campingplatz freizustehen. Wenn dich das nicht abgeschreckt hat, oder gar die Lust weiter packt, dann bist du auf einem guten Weg.

Bevor du gleich deine Wohnung aufgibst, dein Hab und Gut verkaufst sollte dein Plan stehen. Ich selbst habe erst einmal für 3 Monate es ausprobiert, bevor ich meine Wohnung gekündigt habe. So hatte ich die Sicherheit immer wieder zurück zu können, falls es doch nicht das ist, was ich wollte.

Ein Plan ist das A und O

Der richtige Van ist entscheidend, er sollte genau deinen Bedürfnissen entsprechen, daher solltest du vorher verschiedene Fahrzeuge mieten und ausprobieren. Schreibe dir auf, was für dich wichtig ist.

  • Wieviel Platz brauchst du für dein VanLife?
  • Welche Länder willst du bereisen? 4×4? Offroad?
  • Selbst ausbauen oder etwas von der Stange?

Meine Prioritäten waren:

  • Unauffällig reisen Mir war von vornherein klar, dass ich keine klassische Weißware haben wollte. Es sollte ein Van sein, der nicht so auffällt, wenn man mal im Wohngebiet stehen muss oder auf einem Parkplatz.
  • Autak stehen können Die Autakie war mir sehr wichtig, ich will nicht auf Campingplätzen angewiesen sein. So habe ich eine gute Standheizung (Gas), 100 Liter Frisch- und Abwasser, eine vollständige Dusche, Solar auf dem Dach und ein Ladebooster der die Akkus beim fahren aufläd. So kann ich im Winter drei Tage frei stehen bevor ich weiterfahren muss um wieder Strom zu bekommen.
  • Stehhöhe sollte passen Ich selbst bin etwa 200cm groß und ich will in meinem zu Hause stehen können. Ebenfalls die Dusche und die Betten sollten meine Größe haben, so dass das Duschen, schlafen etc ohne Verrenkungen funktioniert.

Mache dir nichts vor! Der Umstieg von einer 70 qm großen Wohnung in ein Van sind nicht einfach. Auch ist der Wasserdruck beim Duschen ein anderer, du musst immer genügend Frischwasser an Board haben und immer ein Auge auf die Kapazität vom Abwasser haben. Beachte auch, die VanLife Bilder auf Instagram spiegeln nicht immer die Realität dar, es ist nicht immer Sonnenschein. Es gibt Tage da regnet es nur, und dann will man nicht immer draußen sein, oder wenn der Winter mal eisig kalt wird, dann musst du darauf achten, genügend Gas an Board zu haben oder halt genügend Diesel im Tank haben.

Ich lebe nun 18 Monate im Van, bin aktuell im zweiten Winter und ich bereue nichts. Die damalige Entscheidung war absolut richtig und wichtig. In den 18 Monaten habe ich viele Menschen kennenlernen dürfen, habe viele Geschichten von anderen gehört und ich bin glücklich. Corona hat sicherlich viel dazu beigetragen, dass man nun mobiles Office fast an der Tagesordnung hat. Habe selbst das Glück, das ich 90% meiner Tätigkeiten von überall aus durchführen kann. Außerdem kann man im Notfall immer wieder zurück in eine Wohnung. Doch dies habe ich auch in den nächsten Monaten, Jahren nicht vor, es sei denn, die Lebensumstände ändern sich erneut.

Oliver

Baujahr 1980, Vater, Sohn, Bruder, Freund und Van Fahrer.
Unterwegs bin ich mit einem Pössl Fiat Ducato L4H3. Seit dem 25.06.2020 bin ich mit dem Wagen unterwegs und habe keine Nacht mehr außerhalb von meinem Vanity verbracht. Ich bedanke mich bei dir, dass du deine kostebare Zeit mit mir teilst und meine Beiträge liest.

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