VanLife? (R)eine Definition?!

Definition von VanLife

Die Definition lt. Wikipedia ist: “Eine Sonderform des Campings ist das Wohnen und Reisen in einem Freizeitfahrzeug – vorwiegend in einem Wohnmobil – bei Aufgabe eines festen Wohnsitzes. {…} Inzwischen wird der Begriff erweitert verwendet und beschreibt einen verstärkt zu beobachtenden Trend, mit einem nur einfach – oft selbst – ausgebauten Fahrzeug zu reisen und Camping- oder Wohnmobilstellplätze möglichst zu meiden. Naturnähe und Einfachheit stehen im Vordergrund.” Für mich ist das VanLife das Wohnen, Arbeiten und Reisen im Van.

Corona hat sein übriges getan, die Verkaufszahlen von Campern, Vans, Wohnwägen sind stark gestiegen und auch der Selbstausbau hat stark zugenommen. Im Camper ist das Reisen zu Corona Zeiten am sichersten, denn nur so kann man die Einsamkeit nutzen und muss nicht mit anderen an einem Pool liegen oder im selben Raum speisen.

Hat VanLife nur Vorteile?

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Nein, natürlich nicht. Wie jede Lebensart hat auch das VanLife seine Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind schnell geklärt, man ist sehr flexibel und kann auch kurzfristig sein Ziel ändern. Wenn z.B. der Nachbar immer laute Musik spielt, dann kann ich meine Sachen packen und mir einen neuen Stellplatz suchen. Bin ich in einem All Inklusive Urlaub ist es schwer das Hotel wechseln zu können oder wenn es drei Wochen am Stück regnet. Im Van einfach dem schönen Wetter hinterherfahren und gut ist.

Im Van kann man seine Freiheit absolut ausleben. Fährt man mit offenen Augen durch die Gegend, dann findet man den ein oder anderen Stellplatz wo man alleine ist. Man kann die Natur genießen, die Freiheit direkt spüren. Selbstverständlich hält man sich an die Regeln, also nicht im Parkverbot stehen, nur dort Übernachten wo es erlaubt oder zumindest nicht verboten ist. Auch hinterlässt man den Stellplatz sauberer als man diesen vorgefunden hat. Auch sollte niemand durch den Aufenthalt belästigt oder gestört werden. Eine ungeschriebene Regel ist, steht dort schon ein Van, dann fahr weiter, denn niemand mag Kuschelcamper!

Lebt und Arbeitet man in einem Van, dann muss man sich auf das wesentliche Reduzieren. Unnötige Dinge bleiben zu Hause, man lebt minimalistisch. Ich kann dir versichern, einmal sein ganzes Hab und Gut zu überdenken und wirklich auszumisten ist sehr befreiend. Man benötigt tatsächlich viel weniger als man zuerst denkt. Niemand benötigt 20 Paar Schuhe oder 30 Pullover oder fünf Jacken. Es ist befreiend sich von dem überflüssigen zu befreien – spende das Überflüssige an die Caritas oder anderen Sozialen Einrichtungen. Die Menschen freuen sich und du selbst hast dich von der Last befreit.

Was ist Negativ am VanLife?

Wenn man erwähnt, dass man Vollzeit in einem Van lebt, dann wird man schief angesehen. Es ist nicht sehr bekannt und man wird direkt in eine Schublade gesteckt. Man muss dann genau erklären, dass man dies Freiwillig macht, dass das eine Lebenseinstellung, ein Experiment ist. Nicht nur Corona ist ein gutes Beispiel, das so etwas funktionieren kann, auch die steigenden Lebenshaltungskosten machen das VanLife immer interessanter. Die Preise für Wohnungen sind in den letzten Jahren wahrlich explodiert, in den Städten selbst findet man kaum noch bezahlbaren Wohnraum. VanLife im eigenen Fahrzeug, vielleicht sogar selbst ausgebaut kann dann sehr günstig sein. 

Bild von Engin Akyurt auf Pixabay

Wo darf man stehen?

Mit einem Camper darf man nur dort stehen, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Viele Parkplätze sind mit dem Zusatzschild “PKW” markiert und dort haben Camper dann nichts mehr zu suchen. Egal ob groß oder klein, sobald Wohnmobil in den Papieren steht ist es aus damit. Manchmal gibt es Stellplätze mit dem Zusatzschild “Wohnmobil” und dort dürfen wir dann stehen und legal übernachten. Manche sind zeitlich begrenz, manche haben eine Höchstparkdauer. Theoretisch darf man in seinem Fahrzeug übernachten, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Eine sehr graue Auslegung – doch funktioniert sehr oft. Ich selbst bin seit Juni 2020 in meinem Van unterwegs und noch niemand hat mich verjagt, niemand hat mich darauf angesprochen. Man sollte definitiv Respekt und Ordnung zeigen, den Platz nicht unnötig Versperren, keinen Müll hinterlassen und vor allem kein Campingverhalten an den Tag legen. Bisher habe ich zweimal ein Ordnungsgeld fürs Falschparken erhalten – ehrlich gesagt war mir das Falschstehen bewusst und ich bin das Risiko eingegangen.

Wohnungslos? Abmeldung aus Deutschland?

Theoretisch kann man seine Wohnung aufgeben und sich aus Deutschland abmelden oder zumindest Wohnungslos melden. Dies hat nichts mit Obdachlosigkeit zu tun, sondern ist der Oberbegriff davon. Ich selbst habe einen festen Wohnsitz, dies hat viele Vorteile (Krankenversicherung, Bankgeschäfte, Sozialversicherung, etc) kann also nichts dazu sagen, wie es ist, wenn man keinen festen Wohnsitz mehr hat. Auch können mich damit offizielle Briefe erreichen, falls mWie ist nun mein Fazit zu diesem Thema? Ich finde, dass es damals die richtige Entscheidung war, es einfach mal auszuprobieren, einen neuen Lebensstil kennenlernen, interessante Menschen treffen und kennenlernen. Ich sehe das ganze als mein neues Leben, die Phase des Experimentes hat es schon lange verlassen. Solange es mir Spaß macht, solange ich das ganze liebe ziehe ich es durch. Egal was andere darüber denken, es ist mein Leben – meine Entscheidung.an mal wieder falsch parkt oder zu schnell fährt.

Kosten, Ausgaben – Kann man Geld damit sparen?

Seit ich in meinem Van lebe, erfasse ich alle Kosten die anfallen und kann genau sagen, was mich der ganze Spaß im Monat kostet. Vor allem ist es sehr Jahreszeiten Abhängig, im Winter benötigt man mehr Gas (oder Diesel), im Sommer viel weniger. Auch kommt es darauf an, wieviel man fährt, nur in Deutschland, nur eine Region oder gar Europaweit. Ich habe einen festen Job, wo ich regelmäßig vor Ort sein muss, so kann ich nur wenig durch die Gegend fahren. Im Schnitt zahle ich 280€ im Monat, enthalten die Kosten für Diesel, AdBlue, Versicherungen, Gas (für Kochen, Warmwasser und Heizung) und Mobilfunk (WLAN und Telefon). Für 280€ im Monat findet man keine passendere Wohnung mit solch einem riesigen Vorgarten (mal Wald, mal Strand, mal Flüsse) geschweige den ohne Nachbarn oder netten Nachbarn.

Fazit

Wie ist nun mein Fazit zu diesem Thema? Ich finde, dass es damals die richtige Entscheidung war, es einfach mal auszuprobieren, einen neuen Lebensstil kennenlernen, interessante Menschen treffen und kennenlernen. Ich sehe das ganze als mein neues Leben, die Phase des Experimentes hat es schon lange verlassen. Solange es mir Spaß macht, solange ich das ganze liebe ziehe ich es durch. Egal was andere darüber denken, es ist mein Leben – meine Entscheidung.

Wie ist es bei dir? Lebst du in einem Van? Überlegst du dir den Schritt? Schreibe mir gerne deine Gedanken zu dem Thema – lass uns einfach mal austauschen.

Oliver

VanLifer, Baujahr 1980, Vater, Sohn, Bruder, Freund.
Unterwegs bin seit dem 25.06.2020 mit einem Pössl Fiat Ducato L4H3.

Du hast Fragen zum Thema VanLife? Du möchtest dich unterhalten? Kein Problem, melde dich einfach bei mir.

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