1 Woche und 670 km später

Meinen Van habe ich nun seit nun etwas über einer Woche und bin damit schon 670km gefahren. Ich muss sagen, es gibt einiges zu berichten.

Ich bin immer noch sowas von begeistert, das Wohnen und Leben im Van ist Klasse. Man hat zwar nur sehr wenig Platz an Board aber so kann man sich immer auf das wichtigste und wesentliche konzentrieren. Man merkt schnell, das man nicht immer alles haben muss. Man benötigt keine PlayStation oder ein Nintendo um glücklich zu sein. Wirklich glücklich wird man draußen in der Natur. Sich mit anderen Menschen treffen, sich austauschen oder einfach nur mal Mutter Natur zusehen und zuhören.

In dieser einen Woche habe ich viele Menschen getroffen und mich mit vielen auch wirklich unterhalten. Die einen finden den Wagen klasse und erzählen davon dass sie schon immer mal so einen haben wollten sich aber nie getraut haben. Einfach mal den Schritt machen, du musst nicht direkt kaufen, sondern leih dir einen Wagen aus, mache Urlaub damit, auch mal abseits der Campingplätze. Denn nur so erfährst du mehr vom Leben. Das ruhige miteinander mit Mutter Natur.

Mit einem guten Kaffee einfach in der Natur sitzen und den Vögeln zuhören

Dann gibt es diejenigen, die seit 10 Jahren bereits in einem Van Leben, nicht weil das Schicksal zugeschlagen hat sondern aus freien Stücken. Ich nenn ihn einfach mal Markus, Markus hat viele Länder bereist, war schon in Afrika in der Wüste und hat das Leben voll ausgenutzt. Er ist glücklich, das sieht man in seinen Augen wenn er von seinen Reisen erzählt. Seine Stimme reißt einen mit, man hat das Gefühl dabei gewesen zu sein, als sein Wagen in der Wüste nicht mehr fahren wollte. Den ADAC kannst du in dieser Situation schlecht rufen, du weißt dass dein Wasser zuneige geht und dann hast du den Geistesblitz und findest den Fehler. Eine defekte Glühlampe im Bremslicht hat den Wagen dazu gebracht nicht mehr fahren zu wollen. Eine Einrichtung die verhindern soll, dass du nicht gleichzeitig bremsen und gasgeben kannst. Dies hat dir fast das Leben gekostet. Ich hätte mich noch länger mit ihm unterhalten können doch ich musste mich auf den Weg machen in die Heimat um am Montag wieder im Bergwerk zu arbeiten. Ich bin mir sicher, Markus wieder zu treffen um mir den Rest seiner Geschichten anzuhören.

Ein Van mit seinen begrenzten Ressourcen lässt dich ruhiger werden, nachdenklicher. Du lässt beim Zähneputzen nicht mehr unnötig das Wasser laufen, denn 100 Liter sind schnell verbraucht. Das Wasser benötigst du zum kochen, waschen, Zähneputzen, zum duschen und sonst noch. Auch ist Strom eine Ressource die zuneige gehen kann, zwar habe ich ein Solarpanel auf dem Dach, doch das funktioniert nur am Tag, wenn die Sonne scheint und deine Batterien auflädt (ja keine Batterien sondern Akkus, aber wer sagt das schon).

Ein TV habe ich nicht an Board, denn ich habe schon vorher kein Fernsehen mehr geschaut, denn dort läuft Werbung und wird dann nur noch gelegentlich von einem Film unterbrochen. Viel lieber lese ich Bücher, das aus Papier oder auch als eBook. Radio oder Podcast hören bildet einen weiter und dabei kann man in die weite Natur schauen, oder den Wald bestaunen und dabei Träumen.

Es gibt so viele schöne Plätze bei uns in der Umgebung, man muss nur die Augen aufhalten und nicht von A nach B hetzen. Einfach gemütlich über Landstraßen fahren und mal hier und mal dort anhalten. Einfach nur wunderbar und kann ich jedem ans Herz legen.

Der Van hat mich in der einen Woche ein wenig verändert, aber zum positiven hin. Ich bin noch gelassener als vorher ich kann die Zeit genießen die man hat. Dieses Wochenende allein fühlt sich an wie eine ganze Woche. Einfach nur weil man sich mit anderen Menschen unterhält über das selbe Hobby bzw. über die selbe Vorstellung vom leben. Man muss nicht im Van Leben um es zu erfahren. Du brauchst kein Van oder Wohnwagen dafür. Ein normales Auto reicht aus. Fahr in die Natur, genieße die Zeit und schau nicht alle 5 Minuten auf dein Handy oder ins Internet. Das ist das was wir alle ein wenig verloren haben. Das Handy bestimmt unseren Alltag und nicht wir bestimmen darüber.

Denke mal darüber nach und erzähle mir in den Kontakten von deinen Erlebnissen. Erzähl mir deine Geschichte. Was hast du erlebt?

Oliver

Baujahr 1980, Vater, Sohn, Bruder, Freund und Van Fahrer.
Unterwegs bin ich mit einem Pössl Fiat Ducato L4H3. Seit dem 25.06.2020 bin ich mit dem Wagen unterwegs und habe keine Nacht mehr außerhalb von meinem Vanity verbracht. Ich bedanke mich bei dir, dass du deine kostebare Zeit mit mir teilst und meine Beiträge liest.

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